Geschichte

Die schönen Gebäude, in denen sich die Camphill Lebensgemeinschaft Königsmühle heute befindet, sind deutlich älter, als die Einrichtung selber. Die Geschichte reicht bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts zurück.

Aus dem Jahr 1719 ist ein Antrag auf ein Brunnenhäuschen bekannt, worauf 1721 die Grundsteinlegung erfolgte. Bald folgte die Erweiterung zu einer Sägemühle, die mit Wasserkraft des Baches betrieben wurde, der sich an der Königsmühle entlangschlängelt.

Nachdem die Gebäude während der napoleonischen Kriege bis auf die Grundmauern niedergebrannt waren, errichtete man die Königsmühle 1860 neu. Sie wurde zu einer Naturheilanstalt. 1888 wurde mit dem Turm die noch heute erkennbare Gestaltung des Hauptgebäudes abgeschlossen und ein Gastronomiebetrieb eröffnet. Trotz Unterbrechungen durch Familienbesitz und Kriegswirren blieb die Königsmühle bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts ein beliebter Neustädter Hotel und Restaurantbetrieb.

Zum Ende der 80er Jahre im 20. Jahrhundert wurde in der Camphill-Bewegung der Bedarf an Nachfolge-Einrichtungen für Erwachsene immer größer. Dieser Bedarf zeigte sich vor allem in den am Bodensee gelegenen Camphill Schulgemeinschaften in denen nun viele Jugendliche den Schritt in eine Einrichtung für Erwachsene wagen wollten. Dem Ruf folgend machten sich zwei Familien aus der Heimschule Föhrenbühl auf, um mit der Hilfe von Eltern und dem wohlgesonnenen „Freundeskreis Camphill e.V.“ einen neuen Lebensort zu finden. Im Jahr 1991 zogen die beiden Familien mit acht seelen-pflege-bedürftigen jungen Erwachsenen in der Königsmühle in ein neues Zuhause ein.

1997 konnte ein drittes Wohnhaus erworben und später umgebaut werden.

2006 folgte dann noch der Neubau des Werkstattgebäudes, der auch nochmal unterstrich, dass die Königsmühle nicht nur Lebens- sondern auch Arbeitsort sein sollte. Der Erhalt und die Gestaltung der altehrwürdigen Gemäuer zu einem Gemeinschaftsrahmen, der alle Aspekte eines Lebens in Teilhabe ermöglichen soll, prägen auch heute noch die baulichen Anstrengungen und werden durch die aktive „Stiftung Camphill Lebensgemeinschaften“ und den „Förderkreis“ ermöglicht.

Die in den letzte Jahren stark im Fokus stehenden Forderungen von Inklusion und Selbstbestimmung sind kein Novum für die Königsmühle, müssen aber immer wieder neu ergriffen und mit Leben gefüllt werden. So war die Königsmühle seit ihrer Gründung sehr stark in die Strukturen vor Ort eingebunden und Dank der IG Schöntal besteht ein reger Austausch mit den Nachbarn.